INTERVIEW.

Fünf Fragen zum Thema EgoTrip
Antworten von Gabi Hildesheimer ("Sollen-Wollen-Tun – Ansätze für klimabewusstes Handeln aus der Praxis")



Sie stehen oft vor Publikum und halten Vorträge. Sind Sie eine Egomanin?
Klar, das sind wir ja grundsätzlich alle. Die Frage ist nur, was uns Befriedigung verschafft. Ich trage gerne vor und freue mich, wenn ich dabei meine Mission (die Welt retten) ein kleines Stücklein erfüllen kann.

Immer grösser werdendes Ego ist der Grund dass Vinzenz & Co bereichern, Liebesaffairen haben etc, Fehlverhalten wird öffentlich. Warum mehr Männer als Frauen?...
Macht korrumpiert! Nicht immer, zum Glück sind viele Promis und Führungspersonen nützliche Mitglieder der Gesellschaft. Der Kontakt zu «normalen Leuten» (Kindern, Grosseltern, Verkäufern, Pflegepersonal), das Erledigen «normaler Arbeiten» (Staubsaugen, Steuererklärung ausfüllen, Kochen, Vorlesen) hilft, den Bezug zur Realität zu behalten. Es gibt mehr Männer in den Chefetagen und Männer kümmern sich weniger um Alltagspflichten. So ist es klar, dass Frauen keine besseren Menschen sind, sondern wegen der andauernden Ungleichheit einfach weniger exponiert.

Plastik im Meer v.a. aus 2./3.-Weltländern. Was bringt es, wenn wir 5 Rappen für Plastiksäckli heuschen?
Eigentlich ist der Zusammenhang nur sehr lose. Und trotzdem es Unsinn, Waren gratis abzugeben, welche die Umwelt belasten. Auch wenn unsere Säckli nicht in Gewässern landen: Sie bestehen aus fossilen Rohstoffen, verbrauchten Energie bei der Produktion. Und sie fördern die Wegwerfmentalität. Wir sollten aber wegen dem Plastiksack-Fünfer nicht unsere grossen Handlungsfelder aus den Augen verlieren.

Grössenwahn, selbstverliebt, kompromisslos, null kritikfähig – sind wir heute von Narzissten umgeben? Sind diese salonfähig?
Wir müssen uns nicht wundern, dass solche Typen häufiger werden. Die Gesellschaft belohnt systematisch deren Verhalten. Um ein «guter Manager» zu werden, trainieren sich die Jungs solche Eigenschaften aktiv an. In meinen Salon lasse ich sie trotzdem lieber nicht.

Wer kein Facebook hat, verbirgt etwas und hat ein Defizit bezüglich Sozialkompetenz. Wie stehen Sie dazu?
Ich bin also sozial inkompetent. Das zeigt ja schon mein Salon (siehe oben). Aber Leichen im Keller habe ich keine, soweit mir bekannt ist.